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26. − 27. November 2016 / 20:00
guests and friends
side.kicks

schwere reiter

Das Format side.kicks präsentiert 2016 zum dritten Mal guests & friends aus den internationalen Arbeitszusammenhängen der Tanztendenz – diesmal aus England und Italien.

So kommt Colette Sadler mit dem Solo „Notebook Series“, einem Dialog von Mensch und Maschine – hybrid, befremdlich, andersartig. Auf der Suche nach einem utopischen (Körper-)Ort ist dagegen die Italienerin Cristina Kristal Rizzo im Duo „BoleroEffect“, in dem die Bewegungen der Tänzerinnen zunehmend ungestümer, unkontrollierter und extatischer werden. Filmisch präsentiert sich der Britte Charles Linehan mit „Shadow Drone“, einem work-in-progess-Film, der – aufgenommen aus der Volgelperspektive – Choreografie mit Umgebung verschmilzt. Und als Hommage an die vor kurzem verstorbene und in München sehr geschätzte Choreografin Rosemary Butcher zeigt side.kicks zudem ihren zusammen mit Martin Otter realisierten Film „Vanishing Point“ von 2004.




Spielort
schwere reiter + schwere reiter Probenraum
Dachauer Straße 114
80636 München
Tram 12, 20, 21 oder Bus 53
Haltestelle Leonrodplatz
www.schwerereiter.de


Kartenreservierung
Eintritt: 17,- / 10- erm.
Reservierungen: 089 / 721 10 15 oder reservierung@schwerereiter.de

Eine Veranstaltung der Tanztendenz München e.V. in Zusammenarbeit mit dem Istituto Italiano di Cultura München und mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferates der LH München.

Die einzelnen Arbeiten & Künstler
  • Colette Sadler: Notebook Series (2014)

    Koncept: Colette Sadler und Philine Rinnert
    Choreografie und Performance: Colette Sadler
    Visuals: Philine Rinnert

    Hybride, befremdliche Körper zeichnen die choreografischen Arbeiten von Colette Sadler aus. In „Notebook Series“ bedient sie sich aus dem eigenen Archiv vergangener Arbeiten und erstellt ein Kaleidoskop der Andersartigkeit. Ihr Partner auf der Bühne ist dabei ein Laptop, der ihre Bewegungen und Worte aufnimmt und darauf reagiert. Im Dialog von Mensch und Maschine sensibilisiert Sadler die Wahrnehmungsweisen und eröffnet einen Raum, in dem der eigene Körper unbezeichnet bleibt.

    Uraufführung als Teil des Performance Programms der Quadriennale Düsseldorf im Rahmen der Einzelausstellung von Pauline M’barek im KIT. Koproduziert von KIT / Quadriennale Düsseldorf 2014 und Dance 4 UK. Mit freundlicher Unterstützung von CAMPO Ghent Belgien und Creative Scotland.

    Colette Sadler (www.colettesadler.com )
    Choreografin und Tänzerin, geboren 1974 in Schottland. Lebt und arbeitet in Berlin und Glasgow. Nach einer klassischen Tanzausbildung sowie einem Diplom in zeitgenössischem Tanz im Laban Centre, London, arbeitete Colette Sadler als Performer unter anderem mit den Choreografen Liz Aggiss/Billie Cowie, Wayne McGregor, Jeremy James, Yolande Snaith, Ted Stoffer und mit der Company Vicente Saez. Seit 2002 realisiert sie eigene Choreografie, die u.a. gezeigt wurden bei Tramway Glasgow, British Dance Edition, Impuls Tanz 8:tension series Vienna, Tanz Nacht Berlin, the British Art Show, Kaai theatre studios Brussels CAMPO Ghent and Düsseldorf Visual Art Quadrennial.

  • Cristina Kristal Rizzo: BoleroEffect (2014)

    Konzept, Choreografie: Cristina Kristal Rizzo
    Tanz: Annamaria Ajmone, Cristina Rizzo
    DJ+Sound Design: Simone Bertuzzi/Palm Wine

    „BoleroEffect“ ist eine explixite Referenz an Maurice Ravels berühmtes Wek „Bolero“, dessen kompositorischer Clou darin besteht, dass zwei Themen weder variiert noch entwickelt, sondern jeweils neun Mal wiederholt werden – für Rizzo eine “exercise in compulsive behaviour”. Während die Komposition nur am Anfang erkling, steuert den sonstigen Sound DJ Palm Wine live bei – ein repetitiver, pulsierender Tanzrhythmus, der die Bewegungen der beiden Tänzerinnen zunehmend ungestümer, unkontrollierter, extatischer werden lässt. „BoleroEffect“ kreiert so einen utopischen Raum, der inhaltliche Zuschreibungen hinter sich lässt und in dem der Körper alle Gelassenheit, Bescheidenheit und Beschränkung hinter sich lässt.

    Eine Produktion von Cab008 unterstützt von Regione Toscana e MiBACT in Koproduktion mit Biennale Danza di Venezia in Zusammenarbeit mit Terni Festival Internazionale della Creazione Contemporanea

    Cristina Rizzo (www.cristinarizzo.it)
    ist als Tänzerin, Performerin und Choreografin vorwiegend in Florenz tätig. Ihre Ausbildung erhielt sie in der Martha Graham School of Contemporary Dance, außerdem studierte sie bei Merce Cunningham und Trisha Brown. Nach ihrer Rückkehr in Italien arbeitet sie unter anderem für das Teatro Valdoca, für Roberto Castello, Stoa/Claudia Castellucci, Mk, Virgilio Sieni, Santasangre. Sie ist Mitbegründerin des Tanzensembles Kinkaleri, in dem sie bis 2007 aktiv mitwirkt, und hat sich in der internationalen zeitgenössischen Szene einen Namen gemacht, wie die zahlreichen Auszeichnungen, unter anderem Premio Lo Straniero und Premio Ubu, belegen. Düsseldorf Visual Art Quadrennial.

  • Charles Linehan: Shadow Drone (2016)

    Choreografie: Charles Linehan
    Kamera: Karolis Janulis
    Film, Länge 10 Min

    „Shadow Drone“ ist ein work-in-progess-Film, eine Kollaboration zwischen dem Choreografen Charles Linehan und dem litauischen Fotografen Karolis Janulis. Urbane und Natur-Landschaften, gefilmt aus der Vogel-Perspektive durch eine Phantom Drone, verbinden sich mit Choreografien ebenso wie mit zufälligen Manifestation des alltäglichen Lebens – durch die Aufnahmetechnik entsteht eine irreale Qualität, die den Schatten von Objekten und Personen oft mehr Präsenz verleiht als den eigentlichen Körpern. “The effect? Strange, almost alien, and beautiful." (The Times).

    “Shadow Drone“ wurde erstmal gezeigt bei The Brighton Dome/Corn Exchange als Teil des Brighton Festival 2016.

    Charles Linehan
    arbeitete mit zahlreichen zeitgenössischen Kompanien in Europa zusammen, bevor er 1994 in seine Heimat England zurückkehrte, um seine eigene Kompanie zu gründen. Er war er Choreographer-in-Residence am The Place Theatre London, Joint Aventures München, Fabrica Brighton und Tanztendenz München, erhielt den Jerwood Award für Choreographie und zahlreiche weitere Auszeichnungen. Die Charles Linehan Company arbeitet u.a. im Auftrag von The Royal Festival Hall, Dance Umbrella und The Place Theatre und trat in über 20 Ländern auf.

  • Rosemary Butcher: Vanishing Point (2004)

    Choreografie: Rosemary Butcher
    Regie: Martin Otter
    Musik: Walter Fähndrich
    Tanz: Elena Gianotti
    Film, Länge 15 Min

    “Vanishing Point” ist die zweite Zusammenarbeit von Rosemary Butcher und Filmemacher Martin Otter. Bestehend aus einer Kammeraeinstellung und nur drei Schnitten sehen wir die Figur von Tänzerin Elena Giannotti eingebettet in den Hintergrund der andalusischen Wüste – eine Allegorie auf die Stellung der Frau in einer zumeist männlich dominierten Gesellschaft. “Vanishing Point” ist Teil des Programms „Women & Memory“, bestehend aus dem Film und den drei Tanzsolos für Elena Giannotti – „Images Every Three Seconds“, „Hidden Voices“, „The Hour“.

    Commissioned by Capture 3, Arts Council England.

    Rosemary Butcher
    die britische ‘Ikone des New Dance’ hat mehr als 50 Werke geschaffen, mit denen sie international tourte und die ihr den Ruf als eine der radikalsten und innovativsten Choreografinnen Europas eingetragen haben. Prägend für ihre Arbeit war ihr Aufenthalt in New York Anfang der 1970er Jahre. Sie begegnete den Werken des Judson Church Movement auf dessen Höhepunkt und machte mit dessen Ideen die britische Öffentlichkeit bei ihrer Performance in der Londoner Serpentine Gallery 1976 bekannt. Seitdem hat Butcher auf der Basis von Konzeptkunst, reiner Bewegung und dem komplexen Umgang mit Raum ihre eigene Bewegungssprache und choreografische Form entwickelt und öffnete ihren choreografischen Prozess für die Zusammenarbeit mit Musikern, Künstlern, Filmemachern und Architekten. Als Choreografin und Dozentin beeinflusste sie maßgeblich die britische zeitgenössische Tanzszene der letzten Generationen. Butcher wurde kürzlich für ihre künstlerischen Verdienste in den “Order of the British Empire“ (MBE) aufgenommen. Sie starb am 14. Juli 2016 in London.

       



    Tanztendenz München e.V. wird gefördert
    durch das Kulturreferat der LH München