DOK.fest goes schwere reiter
Am 16. November werden zwei Kurzfilme präsentiert, die sich auf unterschiedliche Weise mit Identitätssuche und Identitätsverlust auseinandersetzen. Dabei rückt das Gehen in den Vordergrund - ebenso wie die Erfahrung, es nicht mehr zu können. Im Anschluss an das Screening findet ein Filmgespräch in Anwesenheit von Judith Hummel statt.
SO IST DAS LEBEN UND NICHT ANDERS.
Frau Miko wohnt gleich nebenan. Sie ist alt, sehr alt, vielleicht sogar schon hundert – wer kann das schon wissen? Denn Frau Miko vergisst Dinge. Und genau das ist für die Regisseurin und Animatorin der Anlass, über ihr eigenes Älterwerden zu sinnieren: Was ist, wenn wir unsere Erinnerungen verlieren, was bleibt uns dann noch? Animationsfilme waren immer schon ein wunderbares Medium, um den großen philosophischen Fragen nachzugehen. Und so nimmt uns dieser kurze, ganz und gar meisterhaft gearbeitete Film behutsam mit auf seine Gedanken-Reise. Pure Kinomagie. – Jan Sebening
Regie: Lenia Friedrich. Ton: Lenia Friedrich. Schnitt: Lenia Friedrich. Musik: Fabian Widmann, Milan Raduz. Animation: Lenia Friedrich, Studio Huckepack (Friedrich Schäper, Anna Spiridonova), Judith Bornmann. Dialog Bearbeitung: Steffen Pfauth. Mischung: Judith Nordbrock. Produktion: Lenia Friedrich; Academy of Media Arts Cologne. Produzent*in: Lenia Friedrich.
ÖSTERREICH IM NIEMANDSLAND – WO KOMME ICH HER?
Der Kurzfilm konzentriert sich auf Mutter Margret, der auf der letzten Etappe durch Österreich von Tochter Judith Fragen gestellt werden – Fragen zu sich selbst. Im Gehen reflektiert sie über Familienherkunft, die Beziehung zur eigenen Mutter und Tochter und darüber, wo sie heute steht, in einem Moment, in dem die eigenen Eltern sterben und sie die Pflege der eigenen Mutter übernommen hat. Sie liebt, sie hadert, sie gibt, sie lacht, sie zweifelt, sie öffnet – all das, was Beziehungen ausmacht. Der Film ist ein Beziehungsportrait, ein Mutter-Tochter-Portrait.
Regie: Judith Hummel, Kamera: Laura Kansy, Schnitt: Laura Kansy, Musik: Evi Keglmaier, Dramaturgie: Ulrike Wörner von Faßmann, Ton: Nicolas Sierig, Grafik: Stephanie Roderer, PR: Beate Zeller.